Die transkulturelle Integration außereuropäischer Konzepte in den zweiten deutschen Gesundheitsmarkt, dargestellt am Beispiel Shiatsu

Forschungsstand und Endpunktanalyse klinischer Studien zur Wirksamkeit des heterodoxen Verfahrens Shiatsu Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Philosophie

(Dr. phil.), vorgelegt von Andrea Kleinau

Zusammenfassung:

Shiatsu, eine japanische Lebensform und ein Behandlungsverfahren der Körperarbeit zugleich, hat auf dem sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt in den letzten Jahrzehnten in Europa einen festen Platz eingenommen im Zuge einer Integration fremdkultureller Konzepte in die Eigenkultur. Dabei kann in dieser Arbeit belegt werden, dass das Verfahren selbst bereits kulturelle Verflechtungen in sich trägt und Anteile anderer Kulturen übernommen hat, so auch der deutschen Lebensform. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung einer Vielzahl medizinischer Erkenntnisse und Praktiken japanischer Mediziner ist verantwortlich für die Herausbildung des heutigen Shiatsu.

Shiatsu wird als Teil der heterodoxen Medizin vergleichend zur komplementär-alternativen Ausrichtung bestimmt. Die heterodoxe Medizin liegt üblicherweise außerhalb der Schulmedizin. Es kann aber gezeigt werden, dass die Ausübung der Shiatsu-Methode nicht auf privat ausgebildete Praktiker und damit den zweiten Gesundheitsmarkt beschränkt sein muss. Vielmehr bietet sich den Akteuren des ersten Gesundheitsmarkts ein Spektrum an Einsatzmöglichkeiten, die zentrale Ziele des Gesundheitswesens unterstützen. Weiter kann aufgezeigt werden, wo sich in der Struktur des deutschen Gesundheitswesens Ansatzpunkte zur verstärkten Integration von Shiatsu in den Gesundheitsmarkt finden lassen, wie eine unterstützende Argumentation aussieht und ob es evidenzbasierte Studien zu Shiatsu gibt, die auswertbar sind. Die Arbeit bietet dazu einen umfassenden Überblick bisheriger Forschungsergebnisse innerhalb eines Reviews, ergänzt durch eine Metaanalyse klinischer Studien. Im Review können insgesamt 15 Studien verglichen werden, wobei Studienanalyse A die monokausale Wirkung bei spezifischen Krankheitsbildern anhand kontrollierter Studien und Studienanalyse B die multifaktorielle Wirksamkeit des Shiatsu anhand von Querschnitts- und unkontrollierten Studien dokumentiert. Fünf konservative Studien fließen in die ergänzende Metaanalyse ein.

Gegenüber Verfahren der Schulmedizin, die in kontrollierten Studien als Vergleichsmethode eingesetzt werden, kann im Durchschnitt eine leichte Überlegenheit von Shiatsu über die eingeschlossenen Studien belegt werden. Im Ergebnis der Arbeit wird das Verfahren als geeignet bewertet für multimodale Therapien bei Indikationen, die im Zusammenspiel von Körper, Seele und Umwelt entstehen. Am Ende steht ein perspektivischer Ausblick auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung.

Zum weiterlesen der OPUS Link zur UNI Bibliothek mit dem gesamten Dokument ↗

Übersicht zur EU Gesundheits-Politik zum Thema "Qualitätssicherung der Ausbildungen in der Komplementärmedizin"

Stefan Mumenthaler – Februar 2011 | Hochschule Magdeburg | EUMAHP, Module 6, European Dimension of Health Promotion

Gegenstand der Arbeit

Das Thema der Arbeit ist die Beschreibung der relevanten Strukturen der EU und ihrer Policies in Bezug auf ihre Gesundheitspolitik, insbesondere die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher, die "DG Sanco". Berücksichtigt wird die Gesundheitsstrategie der EU, Weissbuch 2008-2013, der Arbeitsplan 2009 zur Durchführung des zweiten Aktionsprogramms der Gemeinschaft im Bereich der Gesundheit (2008—2013), sowie als Exkurs das Darlegen von Positionen der World Health Organisation (WHO) und der diesbezüglichen Prozesse in der Schweiz zum Thema.

Aufgabe der Arbeit ist es, eine Grundlage zu bilden, für wenn man im besprochenen Themenfeld bei der EU einen Antrag zur finanziellen Unterstützung für ein entsprechendes Projekt stellen möchte. Ein grosser Teil der Untersuchung basiert auf der Internetrecherche, da die massgebenden Dokumente über die offiziellen Webportale der EU gut erreichbar sind. Die Arbeit ist von der Aufgabestellung im Umfang limitiert und muss es daher weiterführenden Arbeiten überlassen, in einzelnen Fragen noch mehr in die Tiefe zu gehen.

Weiterlesen im PDF