EPHA Workshop “Public Development Program”, Brüssel 4.- 6. Dezember 2013

von Heike Brunner (PR ANME + Redaktion LACHESIS)

Themen:

Wie funktioniert Lobbyarbeit in der EU?

Wie funktioniert die EU als Institution?

Wie kann eine NGO oder andere Organisation eine Kampagne starten ?

Beispiele erfolgreicher NGO Kampagnen.

Die European Public Health Alliance-EPHA ist eine europäische Nichtregierungsorganisation für Gesundheitsbranchen in Brüssel, bei der ANME e.V. seit 2003 ein Mitglied ist.

Einmal jährlich bietet EPHA diesen Workshop an, um den Mitgliedern und Menschen aus der Gesundheitsbranche ihr Know-How an Lobbyarbeit in Brüssel zu vermitteln. Der Workshop ist zwar auf Brüssel zugeschnitten, aber die PR Techniken sind auch auf alle anderen Bereiche, in denen Öffentlichkeit erreicht werden möchte, übertragbar.

Es waren 29 Teilnehmerinnen aus verschiedensten EU Länder und Gesundheitsbrachen angemeldet. Die Interessenten setzten sich aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen: von pharmazeutischen Herstellern bis zur Schottischen Antialkohol Liga, ein recht gemischtes Publikum. Der Workshop wurde auf Englisch gehalten und startete mit ein paar „Kennenlern-Modulen“ - ich musste meine finnische Nachbarin, die dem internationalen pharmazeutischen Studentenverband angehört, vorstellen und sie mich. Danach erstellten wir z.B. Karten auf denen unsere Wünsche und Erwartungen zum Workshop vorgetragen wurden.

Insgesamt war es ein sehr spannender und informativer Workshop - und es macht etwas mit mir, nämlich mehr in: „ich fühle mich EU“ zu fühlen.

Buchtip zum Thema EULink

Inhaltlich waren die drei Tage folgendermaßen gegliedert:

  1. Die Presse-Kontakte
    Von wie gehe ich mit Journalisten um bis welche Pressekanäle taugen etwas, um in Brüssel irgendwen zu erreichen; eine Journalistin aus Brüssel berichtete;
  2. Die EU- Institution
    Wer, wie, wo, was, wer mit wem, wie viele, wann Wahlen etc., sehr ausführlicher und informativer Part!
  3. Praktische Beispiele für Lobbying-Strategien
    • LGA NGO stellte sich vor, eine der erfolgreichsten NGOs (International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans & Intersex Association)
      sie schafften 25% Pro Voting für einen Antrag im Parlament!
    • Wahlkampf der EU Grünen
    • Graswurzel Lobbying- Greenpeace

 

Können EU-BürgerInnen sich ihre Medizin leisten? Die ökonomische Krise und der Zugang zur Medizin in Europa.

16. Mai 2013 im Europäischen Parlament in Brüssel

An der Tagung in Brüssel nahmen 180 Beteiligte aus verschiedensten europäischen Ländern teil, welche Menschenrechtsorganisation ebenso vertraten wie pharmazeutische Firmen, Verbände oder unterschiedliche politische Standpunkte. Eindrücklich waren die Schilderungen der Not in den südlichen und neuen Mitgliedstaaten aus den Osten, wo der Zugang zu notwendiger Medizin gerade für Randgruppen immer schwieriger wird.

Die EU ist führend in biomedizinischer Innovation und diese Konferenz verlangte, dass sie dies auch für neue Modelle, die den Zugang ermöglichen, wird. Hier gab es spannende neue Projekte, die unter anderem auch von der WHO entwickelt und unterstützt werden. Eindrücklich waren die klaren unterschiedlichen Statements und gleichzeitig die konstruktive Offenheit für neues Denken, was vermehrt Ethik, Transparenz, Offenheit und Zusammenarbeit propagiert.

Vielleicht wäre es auch für die Naturheilkunde nützlich und hilfreich, einiges davon in ihre Gebiete zu übersetzen? Die Konferenz war allerdings stark von der Lebensnotwendigkeit der pharmazeutischen Medikamente geprägt und hatte wenig Raum für alternative und komplementäre Ansätze oder gar Förderung der selbstverantwortlichen Gesundheitskompetenz. Bei 80 Milliarden geplanten Forschungsgeldern in „Horizon 2020“ wäre es wichtig, eine Form zu finden, diese Ansätze deutlich und vermehrt einzubringen.

Cécile Cassini - ANME Ass. for Natural Medicine in Europe, Dachverband Xund Schweiz