Richtigstellung: Homöopathie nicht für Todesfälle verantwortlich

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Nachdem die Todesfälle von Brüggen-Bracht in der Presse ständig hochgehalten werden hat der Verband klassischer Homöopathen Deutschlands e.V. dazu folgendes veröffentlicht:

Drei Patienten einer alternativen Krebsklinik starben im Juli 2016 – möglicherweise an den Folgen ihrer Behandlung. Dieses Ereignis hat die Medien in den vergangenen Wochen sehr beschäftigt. Nun hat eine der großen deutschen Tageszeitungen, die FAZ, diese Todesfälle mit der Homöopathie in Zusammenhang gebracht.

Zu ihrem Artikel vom 27.08.2016 „Heilpraktiker schwer unter Beschuss“ twitterte sie: „Homöopathisch behandelte Krebs-Patienten sind gestorben, nun gibt es Verbots-Forderungen“. Ähnlich lautete auch die Bildunterschrift in dem Artikel unter einer Fotografie der betroffenen Krebsklinik.

Das bedarf einer Richtigstellung:

Die verstorbenen Patienten wurden nicht mit homöopathischen Mitteln behandelt, sondern mit dem chemischen Präparat 3-Bromopyruvat.

Der VKHD bedauert die Todesfälle sehr. Als Verband klassisch homöopathisch arbeitender Heilpraktiker können wir es jedoch nicht hinnehmen, dass das mögliche Fehlverhalten eines einzelnen Heilpraktikers dazu genutzt wird, den gesamten Berufsstand der Heilpraktiker und zugleich auch noch die Homöopathie zu diskreditieren.

Zurzeit untersucht die Staatsanwaltschaft die Todesfälle im „Biologischen Krebszentrum Bracht“. Dessen Leiter, der Heilpraktiker Klaus Ross, hat die Therapie mit dem bislang nicht für die Krebsbehandlung zugelassenen Präparat 3-Bromopyruvat auf der Website seiner Klinik als „aktuell bestes Präparat zur Tumorbehandlung“ angepriesen. Es sei „effektiver als die heutigen Chemotherapeutika“.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft habe der Heilpraktiker das Präparat grundsätzlich anwenden dürfen. Möglicherweise sei der Wirkstoff jedoch verunreinigt oder zu hoch dosiert gewesen. Ob dies die Ursache der Todesfälle gewesen sei oder möglicherweise die schwere Erkrankung selbst, müsse noch geklärt werden. Die Ergebnisse der Obduktion der drei Verstorbenen stehen noch aus.

Wie aus der Presse zu entnehmen ist, hatte das Gesundheitsamt des Kreises Viersen Strafanzeige gegen den Heilpraktiker erstattet,  weil er die Patienten nach dem Auftreten von Nebenwirkungen mit Vitaminen versorgt habe, anstatt einen Notarzt zu rufen.

Dieses Verhalten bewertet der VKHD als klaren Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht des Heilpraktikers. Mit der Werbung für seine alternative Krebstherapie hat er zudem gegen das Heilmittelwerbegesetz verstoßen. Ob weitere Vergehen vorliegen, hat die Staatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu klären.