SHZ-Kongress 2016 – Forschung in der Homöopathie

Pressemitteilung - Kongress beleuchtet Forschungsstand in der Homöopathie

Homöopathie in der Grundlagenforschung

So berichtete Gregor Kindelmann von seinen Versuchen mit Brustkrebszellen. Er ging im Rahmen seiner Masterarbeit an der University of Central Lancashire (UCLAN) der Frage nach, ob Hochpotenzen homöopathischer Arzneien die Lebensfähigkeit von humanen Krebszellen in vitro verändern. Angeregt hatte ihn eine vielversprechende, aber wenig beachtete Studie aus dem Jahr 2010 von Frenkel et al.1. Kindelmann konnte in seiner Pilot-Studie Hinweise darauf finden, dass bestimmte Arzneien (u.a. Phytolacca und Carcinosinum) in gewissen Potenzierungen die Lebensfähigkeit von Brustkrebszellen beeinflussen können. Er schlussfolgert, dass die homöopathischen Hochpotenzen eine biologische Aktivität entfalten können, die sich nicht mit einem Placebo-Effekt erklären ließe. Die Ergebnisse müssten aber in weiteren Versuchen erst noch einmal bestätigt und weitere Fragen geklärt werden.

Komplementärmedizin soll anderen Fachrichtungen gleichgestellt werden

Bern, 29.03.2016 - Eidgenössisches Departement des Innern

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung soll weiterhin komplementär-medizinische Leistungen übernehmen. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) will die Komplementärmedizin den anderen medizinischen Fachrichtungen gleichstellen und schickt die entsprechenden Verordnungsanpassungen in die Anhörung.

Volk und Stände haben im Mai 2009 den neuen Verfassungsartikel zur Berücksichtigung der Komplementärmedizin deutlich angenommen. Seit 2012 übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) provisorisch bis 2017 die ärztlichen Leistungen der anthroposophischen Medizin, der traditionellen chinesischen Medizin, der Homöopathie und der Phytotherapie.

Presseinformation der Union Deutscher Heilpraktiker, Landesverband Hessen

Kampf der Ideologen gegen Homöopathie oder wie ideologisches Denken den Patienten aus dem Auge verliert

Schöneck, Februar 2016 - Homöopathie wurde in der Öffentlichkeit schon häufig angegriffen, aktuell wiederholt von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). Es fehle ihr wissenschaftlicher Nachweis, sie stelle nur einen Placebo-Effekt dar und hielte Patienten lediglich von der richtigen Behandlung ab, sei im Extremfall sogar lebensgefährlich.

Wie so häufig bei ideologisch agierenden Funktionären, sind diese Vorwürfe allerdings von einer erkennbaren Doppelmoral geprägt: Wenn es um alternative Heilmethoden geht, also um Methoden, die nicht der klassischen Schulmedizin entsprechen, wird ein wissenschaftlicher Nachweis gefordert. Es gibt mittlerweile genügend Wirksamkeitsnachweise und Erfahrungen über homöopathische Wirkstoffe; lediglich nach dem Wirkmechanismus wird wissenschaftlich noch gesucht – eine 2014 veröffentlichte Meta-Analyse belegt, dass die individualisierte Homöopathie signifikant besser als Placebo ist.

Integrative Medizin – wer, wie, was wird wohin integriert?

von Nora Laubstein (ANME e.V.)

Gegenwärtig ist der Begriff „Integration“ in aller Munde. Wenn wir Integration und Naturheilkunde zusammendenken wollen, müssen wir weiter ausholen. Die dazugehörigen Stichworte lauten: Staatliches Gesundheitssystem, Gesundheitswirtschaft, USA, Universität, Komplementäre und Alternative Medizin (CAM), Evidenz-basierte Medizin (EBM), Spezialisierung und Gesundheitsberufe.

In der Politik und den Medien wird lautstark nach einer dringend notwendigen Integration von bisher als „fremd“ Empfundenem gerufen. Zugleich wird von einer sogenannten Leitkultur gesprochen. Wenn wir nun diese Entwicklung auf den Bereich der Gesundheitspolitik übertragen, erkennen wir die hier herrschende „Leitkultur“: Das staatliche Gesundheitssystem, die Gesundheitswirtschaft, wurde in den EU-Staaten zum Maß aller Dinge und es herrschen klare Regeln und Regulierungen. Dort hinein sollen sich alle integrieren – wenn sie eine Scheibe des stattlichen Finanzkuchens abbekommen möchten. Die freien Gesundheitsberufe, die außerhalb dieses Systems arbeiten, wie z.B. Hebammen, Heilpraktiker, Ernährungsberater, Privatärzte, Gesundheitspädagogen etc., zählen in Deutschland mitsamt ihren Anwendungsverfahren nicht als Teil des staatlichen Systems, sind also nicht integriert. Doch die nach der Einführung des Euro begonnene Umwandlung in eine wirtschaftliche Gesundheitswelt öffnet dem zuvor hermetisch abgeschlossenen staatlichen System die Tür zur Privatwirtschaft, und den selbständigen privaten Gesundheitsberufen den teilweisen Zugang zum staatlichen System.

Kneippen ist immaterielles Kulturerbe

Die Kneipp-Therapie mit ihren fünf Säulen Wasserheilkunde (Hydro- und Balneotherapie), Heilpflanzen (Phytotherapie), Bewegung, Ernährung (Diätetik) und Ordnungstherapie (Soziales Verhalten, Biorhythmus sowie integrativ: Body and Mind-Therapy) hat von der Deutschen UNESCO die Anerkennung als ein lebendiges, gestern-heute-und-morgen gemeinsam angewendetes immaterielles Kulturerbe erhalten!

Das ist eine bedeutende Würdigung von unterschiedlichen Verfahren der CAM (Komplementäre und Alternative Medizin). Es zeigt zusätzlich die kulturelle Bedeutung auf, die diese Verfahren für Gesundheitspädagogik, Fürsorge und Prävention sowie Heilbehandlungen besitzen. Für die Menschen bedeutet die Anwendung von CAM-Verfahren: die Erfahrung eines Gemeinschaftsgefühls. Gerade hier zeigt sich auch die positive Bedeutung von Selbsthilfe in Form von „Hilfe zur Selbsthilfe“!

Am Beispiel der Kneipp-Verfahren zeigt sich auch, dass die kulturelle Einschätzung und Berücksichtigung ein zweites gesundheitsbezogenes Standbein für die Bewertung naturheilkundlicher Verfahren und Gesundheitspolitik ist!

50 Jahre EU-Pharma-Gesetzgebung/ Errungenschaften und zukünftige Perspektiven

Konferenz in Brüssel, 28.September 2015 von Nora Laubstein (ANME)

Die Europäische Kommission unter Vorsitz von Dr.med. Vytenis Andriukaitis, dem EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, hatte zur Jubelfeier eingeladen und mehr als 300 Gäste aus der pharmazeutischen Industrie, den nationalen und europäischen Arzneimittelagenturen, den zuständigen EU- Generaldirektoraten waren gekommen, um sich selbst zu feiern. Außerdem waren Vertreter von Universitäten, Verbraucherschutz, Patientenverbänden, therapeutischen Anwendern und der Presse eingeladen mitzufeiern.

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Neues aus Schweiz: Es steht 2:0 für die CAM

Bericht vom 2. Europäischen Kongress für Naturheilkunde, Alternativ- und Komplementärmedizin, 5.- 6.9.2015 in Winterthur - von Nora Laubstein

Auf dem diesjährigen QuinMedica-Kongress im Anton-Graff-Haus trafen sich Anwender, Hersteller, Ausbildungsinstitute und versierte Laien, um zum Thema „Jung & Alt“ Erfahrungen auszutauschen und den gut besuchten Fachvorträgen zu lauschen. Den Startschuss gaben die ausführlichen Grußworte von Michael Künzle (Stadtpräsident Winterthur) und der Kantonsrätin Prisca Koller aus Zürich.

Berufspolitisch konnte dieser Kongress nicht besser terminiert werden: Seit dem 4. September 2015 ist auch der zweite staatlich anerkannte CAM-Beruf in der Schweiz Realität. Seit dem April dieses Jahres gibt es den Beruf „Naturheilpraktiker“ (OdA-AM=Alternativmediziner) – und ab sofort auch den „Komplementärtherapeut“ (OdA-KT)! Damit ist die Schweiz europaweit das erste Land, das über zwei staatlich anerkannte Berufe mit staatlich anerkannten Ausbildungen im Bereich Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) verfügt.

Die meinungsbildenden Medien als Forum für die seltsame Wissenschaftlichkeit des aus Bayern stammenden britischen Professors Edzard Ernst

In Medizinforschung ohne Patienten einsame Spitze

von Dr. Christian Ullmann

Unter dem Titel "Nazis, Nadeln und Intrigen" hat der aus Deutschland stammende britische Professor Edzard Ernst mit allen selbst ausgewiesenen Titeln MD, Ph, FMedSci, FSB, FRCP, FRCPEd seine Autobiografie veröffentlicht, mit der er gegen alternative und komplementäre Heilverfahren und seine Widersacher zu Felde zieht und sich als Enthüller der Verstrickungen dieser Medizin mit Nazi-Deutschland präsentiert. Fast kritiklose Unterstützung findet Ernst seit Jahren bei den meinungsbildenden Medien in den deutschsprachigen Ländern. So veröffentlichen Süddeutsche Zeitung, Tages-Anzeiger in Zürich und Basler Zeitung im März 2015 unter dem Titel "Wir lassen uns viel zu viel gefallen" ein ganzseitiges Interview mit Edzard Ernst.

Um Legendenbildungen entgegenzutreten, versucht der Autor Dr. Christian Ullmann, der seit Jahren die seltsame Publikationstätigkeit Ernsts verfolgt und zahlreiche seiner Aufsätze analysiert hat, eine Würdigung des Gesamtwerks.

Wenn deutsche Medien über komplementäre und alternative Heilverfahren informieren wollen, darf die Bezeichnung "sanfte Medizin" nicht fehlen: So etwa in einer WDR-Sendung "Sanfte Medizin und satte Gewinne" , in dem Focus-Titel "Die Wahrheit über sanfte Medizin" und zuletzt in dem Spiegel-Wissen-Themenheft "Natürlich heilen - Gesund mit sanfter Medizin".

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