Probiotika – Arzneimittel mit Bakterien

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von Dr. Uwe Peters 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht auf den Zusammenhang von Darmbakterien und verschiedenen chronischen Erkrankungen verwiesen wird. Aber viele Informationen bringen mehr Ungewissheit als Klarheit in den therapeutischen Alltag. Dazu kommen nationale und EU-Regularien, die es den Herstellern besonders schwermachen, bewährte Präparate weiterhin auf dem Markt zu halten. 

Wichtig für den Therapeuten:

Viele Produkte mit Milchsäurebakterien sind Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukte oder diätetische Lebensmittel. Für die Laktobazillen hat die EU seinerzeit keine sogenannten „Health Claims“(= gesundheitsbezogene Angaben) zugelassen.

Bedauerlich auf der einen Seite – denn zahlreiche seriöse Arzneimittelhersteller bieten gut dokumentierte Produkte an, die sich zum Teil Jahrzehnte lang bewährt haben. Verständlich auf der anderen Seite – denn mit markigen Werbesprüchen und Namensgebungen werden Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden können. Milchsäurebakterien sollen Stress, Migräne, oder gar Parkinson heilen. Das geht eindeutig zu weit!

Das Europäische Patentamt stellt Patentierbarkeit von Pflanzen und Tieren klar

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Das Europäische Patentamt hat Ende Juni folgende Entscheidung getroffen: Ab sofort werden keine Patente für Tiere und Pflanzen aus herkömmlicher Züchtung erteilt. Dies gilt für ganz Europa!

Lesen Sie mehr in der beigefügten Mitteilung

Komplementärmedizin ist Pflichtleistung der Krankenversicherung in der Schweiz

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In der Schweiz lief von 2012 bis 2017 ein Probelauf zur finanziellen Erstattung von fünf verschiedenen CAM-Verfahren: Die Anthroposophische Medizin, die Klassische Homöopathie, die Neuraltherapie, die Phytotherapie und die Traditionelle Chinesische Medizin wurden ab dem 1. Januar 2012 provisorisch bis Ende 2017 unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet.

Mit dem neuen bindenden Grundsatzentscheid des Schweizer Bundesrates vom 16. Juni 2017 bestatigt die Schweizer Regierung, dass die Komplementärmedizin Vorgaben des Krankenversicherungsgesetzes hinsichtlich Wirksamkeit, Gewährleistung hoher Qualität und Sicherheit erfüllt. Von Gesetzes wegen können nur Leistungen vergütet werden, die wirksam und zweckmäßig sind (Art. 32 Voraussetzungen des Krankenversicherungsgesetzes KVG).
Leider wurde die Neuraltherapie herausgenommen. Auch die  zwei neu geschaffenen CAM-Berufe des "Naturheilpraktikers" und des "Komplementärtherapeuten" wurden nicht berücksichtigt.
Inwieweit zukünftig weitere CAM-Verfahren und Berufe mit in die Erstattung einbezogen werden, ist nicht bekannt.

Juristisch sehr bedeutsam ist allerdings die Erfüllung der Kriterien von Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit!! Gerade für die Klassische Homöopathie ist dies im Rahmen der weltweiten Angriffe eine große Hilfe. Auch die „Phytotherapie made by Swissmedic“ erhält eine Aufwertung, von der andere Länder plus die EMA lernen können...
Diese Entscheidung des Schweizer Bundesrates kommt zur rechten Zeit und ist eine Ohrfeige für die Skeptikerbewegung. Jedoch ändert sich für Patienten, die andere CAM-Verfahren und Anwender aufsuchen erst mal nichts.

Download PDF-DateiMedienmitteilung des Dachverbands Komplementärmedizin, Dakomed und der Union schweizerischer komplementärmedizinischer Ärzteorganisationen, vom 16. Juni 2017

„Viele traditionelle Heilverfahren sind wirksam“- Interview mit Professor Benno Brinkhaus aus der Charité

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Tibetische Heiler, Qi-Gong-Spezialisten, chinesische Akupunkteure, Meditationslehrer, Osteopathen – seit Mittwoch tagen interessante Experten im Hotel Maritim Pro Arte in der Berliner Friedrichstraße. Allerdings ist es kein Treffen von Esoterikern, sondern von angesehenen Medizinern und Wissenschaftlern, die sich intensiv mit traditionellen Heilverfahren beschäftigen.

Rund 850 Experten aus fast 60 Nationen kommen in dieser Woche erstmals zum Weltkongress für Integrative Medizin zusammen. Einer von vier Kongresspräsidenten ist Benno Brinkhaus, Professor für Naturheilkunde an der Berliner Charité. Er ist überzeugt, dass komplementäre Heilverfahren die konventionelle Medizin in vielerlei Hinsicht unterstützen können.

Interview im Rahmen des World Congress Integrative Medicine and Health in Berlin

Herr Professor Brinkhaus, was ist Integrative Medizin?

Die Integrative Medizin baut eine Brücke zwischen der Schulmedizin und traditionellen Therapieverfahren. Dabei geht es stets darum, die individuell beste Therapie für den Patienten zu finden und Nebenwirkungen soweit wie möglich zu reduzieren.

Weiterlesen auf: BZ-online vom 4.5.2017 ↗

Pressemitteilung der Aurelia-Stiftung

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Vielleicht erinnert sich die Eine oder der Andere von Ihnen an die Verleihung des ANME - Förderpreises 2014 in Berlin. ANME hatte in diesem Jahr zwei Preisträger gekürt. Beide Preisträger haben sich um den Schutz von Bienen verdient gemacht. Herr Professor Dr. Friedrich Hainburg für seine Publikation „Das lautlose Sterben“ und Herr Thomas Radetzki (Imker-Meister) vom Verein Mellifera.

Auf Initiative von Mellifera e.V. ist 2015 die neue Aurelia-Stiftung mit sieben Stiftern gegründet worden, darunter Herrn Radetzki im Vorstand. Das Motto der Aurelia-Stiftung ist die Kampagne „Es lebe die Biene!“. Damit soll die Öffentlichkeit über die Bedeutung und die Gefährdung der Bienen aufgeklärt und gesellschaftliches Engagement geweckt werden.

Aktuell bittet die Stiftung um Unterstützung: Der Beschluss des Europäischen Gerichtshofes vom 17.02.2017, die besonders bienengefährlichen Neonicotinoide (Pestizide) in der industriellen Landwirtschaft zu verbieten, wird von Bayer, Syngenta und BASF angefochten. Wegen des Verbots der Saatgutbehandlung mit verschiedenen Pestizidwirkstoffen (Neonicotinoiden, Fipronil) klagen die Konzerne mit einem Schadensersatz von ca. 1 Mrd. €.

Um das Verfahren in der 2. Instanz am Europäischen Gerichtshof (EuGH) weiterführen zu können, ruft die Aurelia-Stiftung zu Spenden auf.

Siehe die Pressemitteilung im Anhang!

 anhangPressemitteilung vom 5. März 2017

Bericht zum Lachesis Frauengesundheitskongress 10.-12. Februar in Bielefeld

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von Nora Laubstein

Für den Kongress-Auftakt dieses Jahres sorgte Lachesis e.V.: 30 Jahre Heilpraktikerinnen-Power wurden in Bielefeld gefeiert! Dieser Heilpraktikerinnenverband erscheint als der naturheilkundliche Arm der deutschsprachigen Frauengesundheitsbewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Akija Stapel, eine der drei Vorsitzenden, eröffnete den Kongress und rief zu einer positiven Würdigung und Neubewertung der traditionellen Pflanzenheilkunde auf. „Hier besteht politischer Handlungsbedarf“, stellte sie fest.

Pressemitteilung Kneipp-Bund e.V.

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Am 23. November 2016 hat der Kneipp-Bund e.V. mit DAMiD und der BARMER GEK in Berlin die Tagung, Zukunft Prävention - Neue Strategien zur Prävention chronischer Erkrankungen, veranstaltet.

Neue Strategien für die Prävention

Prävention und Gesundheitsförderung müssen noch stärker im Alltag der Bürger ankommen. Denn Vorsorge kann entscheidend dazu beitragen, dass bei Millionen Menschen chronische Volksleiden wie Herz-Kreislauf-Probleme und Diabetes Typ 2 einen schwächeren Verlauf nehmen. Bestenfalls treten sie erst gar nicht ein. Dieses Fazit haben heute rund 300 Fachleute aus Politik und Gesundheitswesen auf dem Kongress „Zukunft Prävention – Neue Strategien zur Prävention chronischer Erkrankungen“ gezogen. Die BARMER GEK, der Kneipp-Bund e.V. und der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) führten die Tagung in Berlin durch.