Politische Definition von “C A M”

ANME engagiert sich für
die CAM in Europa

DIE "NACHT DER NATURHEILKUNDE" AM 30. JANUAR 2021

"Nacht der Naturheilkunde"
vom 30.01.2021
Dr. Uwe Peters im Interview mit Nora Laubstein, Präsidentin von ANME.

Nosoden, die gesamte Arzneimittelpalette
Anwender:innen nutzen sie, Patient:innen brauchen sie:
Die gesamte Arzneimittelpalette!
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ANME e.V.  i.Z.m.  Susanne Löhner-Jokisch und Renate Köchling-Dietrich, Steinbeis Hochschule Berlin – 2021
Stand: 22. April 2021

Ausblick

Es war offenbar an der Zeit, eine Befragung nach den Bezeichnungen zu machen: Zur Frage, welche Bezeichnungen bekannt sind, gab es insgesamt 10.212 Nennungen und zur Frage, welche Bezeichnungen in Praxis und Werbung, darüber hinaus verwendet werden 4.960 Nennungen. Daher, DIE AUSWERTUNG LÄUFT und mehr zu den Erkenntnissen, Ergebnissen und weiterführende Überlegungen folgen…

Mit der Idee herauszufinden, wie sich die aktiven Praktiker, Hersteller, Unternehmer, Vereine und Verbände selbst definieren und wo sie sich einordnen, wurde ein Fragebogen erstellt, der hierzu Klarheit schaffen soll.

Danke für die rege Teilnahme und die hohe Differenzierung ausführlicher schriftlicher, also qualitativer Antworten! Es war schon bei der Erstellung des Fragebogens klar, dass manche Fragen eine Zumutung sein würden, und dass eine hohe Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Begriffen gefordert wurde, die nicht klar zu definieren sind.

Beispielsweise haben wir:

  • von 489 Praktikerinnen 2.620 Antworten bekommen zur Frage, welche Methoden sie ausüben. Dabei wurden nicht nur Methoden – teilweise sehr konkret - benannt, sondern auch Heilsysteme. Und das Benannte wurde zusätzlich erläutert.

Eine vergleichbare Differenzierung der Antworten findet sich bei der Frage, zu welchem in der Politik verwendeten Bezeichnungen (CAM, NCM, T&CM oder keinem der Begriffe) eine Zuordnung möglich ist.

  • Hierzu gab es 363 ausführliche Erläuterungen, die nicht nur der jeweiligen Antwortkategorie zugeordnet sind, sondern darüber hinaus weitere stark differenzierte Informationen beinhalten.

Die hohe Divergenz in den qualitativen Aussagen scheint darauf hinzuweisen, dass die verschiedenen Tätigkeitsbereiche, im Fragebogen vertreten durch Personen, Unternehmen / Hersteller sowie Verbände / Vereine, eine ganz eigene und individuelle Betonung erfahren durch Hinweise auf ihre jeweiligen Besonderheiten.

Die Individualität wird betont durch Konkretisierung von:

  • Lösungsorientierung,
  • Herkunft,
  • Pravisnähe,
  • Prozessfokussierung,
  • Personenspezifik
  • oder deren
  • Zuordnung zu oder Abgrenzung von Tätigkeitsbereichen

Große Genauigkeit in den Aussagen zeigt deutlich, in welch diversen und auch oft widersprüchlichen Spannungsfeldern sich die jeweils Teilnehmenden bewegen.

Hier sei an dieser Stelle ein nicht ganz ernst zu nehmender Vergleich erlaubt: Es ist, als würde man auf die Frage nach der Art und Weise beruflicher Beschäftigung mit Gesundheit, als Antworten sowohl

  • Pränataldiagnostik
  • als auch
  • Palliativbegleitung

erhalten, um daraus nun eine gemeinsame Tätigkeits-Beschreibung abzuleiten, aus der zukünftige Klientinnen unzweifelhaft ersehen können, ob sie die richtige Begleitung für ihr Gesundheitsanliegen gefunden haben. – Ein scheinbar unmöglicher, aber vielleicht nötiger, Versuch der Quadratur des Kreises?

Ja/Nein/Vielleicht?

Genau die großen Unterschiede sind gleichzeitig - auch – die besondere Stärke! Es braucht die positive Formulierung bzw. einen Ausdruck der Vielfalt! Alle Antworten, die hier gegeben wurden, sind nicht leicht einzuordnen, Methoden sind häufig nicht wirklich vergleichbar und es zeigt sich Bewegung zwischen:

  • Anpassung und Idividualität,
  • klassischem Gesundheitsverständnis und alternativen Wegen,
  • Betonung der Eigenständigkeit und dem Wunsch nach komplementärem Vorgehen,
  • westlicher Medizin und verschiedenen Formen traditioneller Medizinsysteme,
  • Naturorientierung und evidenzbasiertem Vorgehen,
  • Selbstbewusstsein und einem fehlenden Kontakt auf Augenhöhe,
  • Unabhängigkeit und nötiger Weisungsbefugnis,

wohl wissend, dass manches in der Ergänzung nötig und nicht trennend ist.

Zusätzlich gibt es, da allgemeingültige Formulierungen und Definitionen nur von den wenigsten, wenngleich selbstverständlich verwendeten, Begriffen vorhanden sind, sehr unterschiedliche und auch an „Markt“-Bedürfnisse angepasste „Eigen“definitionen, die die Auswertung mangels Übereinstimmung und Zuordnungsbereitschaft erschweren.

Die weitere Auswertung des Fragebogens lässt Hinweise darauf erwarten, ob, wie und in welcher Form sich die Teilnehmenden in schon bestehende Begrifflichkeiten einfinden, sich einordnen, abgrenzen oder individualisieren. Und welche Bewegung sich idealerweise insgesamt daraus ableiten lässt. Voraussichtlich lässt sich aufzeigen, ob übergeordnete Ebenen, vielleicht auch mehrere übergeordnete Ebenen gewünscht, erhofft oder auch abgelehnt werden. Zudem lassen sich aus allen Vorschlägen, Ergänzungen und Rückmeldungen, Ideen aufzeigen für ein weiteres gemeinsames methoden- und verbandsübergreifendes Vorgehen.

An dieser Stelle nochmals ein „HERZLICHES DANKESCHÖN“ an alle, die die Fragebogenaktion unterstützt und sich die Zeit genommen haben, die offen gestellten Fragen ausführlich zu beantworten. Die Flut von Informationen, die zum Teil sehr persönlichen Äußerungen werden genau angesehen und dahingehend überprüft, ob sich daraus ein Auftrag an ANME e.V. oder beispielsweise auch die jeweiligen (Berufs-) Verbände formulieren lässt.

Das Fragebogenprojekt in der Übersicht

Der Link zum Fragebogenprojekt wurde per Mail verteilt. Daraufhin wurde der Fragebogen insgesamt 1.679 Mal angeklickt (zunächst meist nur die erste und zweite Seite). An der Befragung nahmen 884 Menschen teil. 518 haben den Fragebogen vollumfänglich abgeschlossen (58,6%). Weitere 158 Teilnehmer (17,9%) haben so umfassende Angaben gemacht, dass ihre Fragebogen auch in die Auswertung aufgenommen wurden. Damit gehen 676 Fragebögen (76,5 %) in die endgültige Auswertung ein. Darunter sind 572 Fragebogen in deutscher Sprache, 104 in englischer Sprache. Es handelt sich zum größten Teil um Einzelpersonen, die teilgenommen haben.

ANME-Befragung: Wer sind Sie bzw. wen vertreten Sie?

Die Teilnehmerinnen gehören überwiegend einem Mitgliedstaat der Europäischen Union an (648 von 671, die diese Frage beantwortet haben).

Untersuchung

Die Fragebogen wurden mit SoSci Survey erstellt, einem Online-Befragungstool nach deutschem Datenschutz und barrierefrei. Die Erfassung und Auswertung der erhobenen Daten und aller schriftlichen Erläuterungen der Teilnehmerinnen erfolgt zunächst mittels SPSS (ein Computerprogramm zur statistischen Analyse und graphischen Aufbereitung von Daten). Durch die Fülle der Erläuterungen und Anmerkungen, die alle gelesen und eingeordnet werden, dauert die Auswertung etwas länger als ursprünglich geplant.

Zur Überprüfung der Fragestellung und den Hypothesen wurden ganz unterschiedliche Fragen ausgewählt. Vermeintliche Überschneidungen bzw. Wiederholungen sind erwünscht, damit die Daten und Fakten unterschiedlich aufbereitet werden können. Soziodemographische standardisierte Fragen wurden nicht verwendet. Wesentliche Fragen bezogen sich darauf, was die Befragten beruflich tun bzw. für wen sie diesen Fragebogen ausfüllen. Kernelemente sind die Fragen, die sich auf die Kenntnis und Verwendung spezifischer Bezeichnungen beziehen. Außerdem woher diese Bezeichnungen stammen, wo und wie sie verwendet werden. Darüber hinaus wurden Fragen zur allgemeinen Einschätzung der derzeitigen Situation gestellt. Es gab offene Fragen und Antwortmöglichkeiten zu Auswahl der Bezeichnungen sowie zur Begründung der eigenen Einordnung, die sich quantitativ oder qualitativ auswerten lassen. Die Möglichkeiten der individuellen Äußerung wurden intensiv und umfassend wahrgenommen, daher werden diese Antworten separat ausgewertet.

Ergebnisse

Trotz der derzeitigen Situation mit Corona-Lockdown schätzen die meisten Teilnehmerinnen die Perspektive für ihre Methoden bzw. Produkte auf dem Gesundheitsmarkt insgesamt positiv ein.

ANME-Befragung: Welche Perspektive sehen Sie auf dem aktuellen Gesundheitsmarkt für die Zukunft Ihrer Behandlungsmethode(n) etc.

71,8% der Befragten sehen eine eindeutig positive Perspektive für ihre Methoden und/oder Produkte. Unter Berücksichtigung derjenigen, die zumindest von einer durchschnittlichen Perspektive ausgehen, liegt die Quote bei 88,1%.

Überraschend war, dass sich ein fast ein Viertel der Teilnehmerinnen (23,7%) keinem der in der Politik verwendeten Begriffe zuordnen konnte oder wollte.

ANME-Befragung: Welcher in der Politik verwendeten Bezeichnung würden Sie sich zuordnen?

Die jeweilige Entscheidung ist sehr individuell begründet. Diese Angaben bedürfen einer umfassenden und sorgfältigen Sichtung.

ANME-Befragung zur einheitliche Bezeichnung für eine „naturgemäße Heilkunde und ganzheitliche Naturmedizin"

Eine einheitliche Bezeichnung für eine „naturgemäße Heilkunde und ganzheitliche Naturmedizin“ wünschen sich 66% sehr, und unter Einbezug der „Unentschlossenen“ insgesamt 83,2% der Teilnehmerinnen. Für mehr als die Hälfte – insgesamt 56,7% - der Teilnehmerinnen haben die Bezeichnungen auch eine große Bedeutung in der täglichen Arbeit.

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