freie Wahl der Heilmittel
wissenschaftlich anerkannte Beurteilungmöglichkeit der Naturheilkunde
 Traditioneller Kontext und regionale Geschichte
Politische Definition von “C A M”

ANME engagiert sich für
die CAM in Europa

Schwerpunktthema Heilmittel

Themenschwerpunkt
Heilmittel

Schwerpunktthema Studiendesign

Themenschwerpunkt
Studiendesign

Schwerpunktthema Immaterielles Kulturerbe

Themenschwerpunkt
Immaterielles Kulturerbe

Schwerpunktthema Therapiefreiheit

Themenschwerpunkt
Therapiefreiheit

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Bericht vom zweitägigen Symposium in Unken bei Salzburg, 9.+ 10. September 2022

In Kooperation mit den österreichischen Vereinen TEH und TEM hat ANME eine sehr intensive und erfolgreiche zweitägige Veranstaltung in Theorie und Praxis begleitet.

Auf dem Campus Oberrain in Unken haben sich etwa 60 Personen aus allen Gesundheitsberufen, sowie interessierte Laien zum Thema „Traditionelle Europäische Medizin und Heilkunde“ ausgetauscht. Ein Schwerpunkt bestand darin, die schwierige Situation für einen Heilberuf mit Erlaubnis zur Diagnosestellung neben dem des Arztes zu erfassen. Im Gegensatz zur Schweiz und zu Deutschland darf dies zurzeit in Österreich nur ein Arzt oder eine Ärztin tun. Die gegenwärtige Entwicklung im Gesundheitsbereich zeigt jedoch, dass neben der wissenschaftlichen und wirtschaftsorientierten Leitlinienmedizin ein eigener Bereich für Traditionelle Medizin und Heilkunde entstanden ist, der sich einer immer größeren Nachfrage erfreut. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, auch in Österreich einen Dachberuf für diesen Bereich zu etablieren.

Die Themenblöcke waren demnach der aktuellen Situation gemäß aufgeteilt:
Tradiertes Heilwissen kann grundsätzlich jedem interessierten Menschen zur Verfügung stehen – wenn ein unkomplizierter Zugang dazu gewährleistet ist. Kostengünstig und leicht anwendbar stärken regional verfügbare Mittel und Methoden den selbstbestimmten Umgang mit der eigenen Gesundheit und erleichtern die häusliche Fürsorge und Pflege. Eine allgemeine Grundausbildung in diesem Bereich wäre im Sinne eines eigenverantwortlichen Handelns sehr wünschenswert. Rezente Studien zeigen, welche positiven Auswirkungen eine derartige Ausbildung für die Gesunderhaltung, für den Umgang mit uns und mit der Natur, aber auch volkswirtschaftlich haben. Traditionelle Anwendungen können daher eine wichtige Säule für die Gesundheit in unserer Gesellschaft sein.

Die Ausbildung und Weitergabe dieses Wissens hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Was früher mündlich innerhalb der Familien oder von Lehrer zu Schüler in direktem Austausch vor dem Hintergrund lokaler Traditionen weitergegeben wurde, wird heute in Kursen und strukturierten Fortbildungen weiter professionalisiert. Das Traditionelle Europäische Heilwissen ist hervorragend geeignet, in verschiedenste Gesundheitsberufe integriert und angewendet zu werden. Basierend auf einem ganzheitlichen Menschenbild wird es bereits in Therapie, Gesundheitsförderung und Prävention eingesetzt. Es entstehen dabei unter anderem Synergien und Kooperationen zwischen TEM/TEH-PraktikerInnen, ÄrztInnen, PflegerInnen, PhysiotherapeutInnen, MasseurInnen, Hebammen usw.

Gesundheitsprodukte, Arzneimittel, Hausspezialitäten, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika, Medizinprodukte, Naturstoffe und Lebensmittel – die Liste der Begrifflichkeiten für Produkte aus dem Bereich der TEM/TEH ist lang und verwirrend. Traditionell unter der Bezeichnung „Heilmittel“ zusammengefasst wurden sie vom Gesetzgeber Ende des 20. Jahrhunderts in diese unterschiedlichen Kategorien aufgeteilt und mit speziellen Bedingungen versehen. Daraus ergab sich beispielsweise im Heilpflanzenbereich eine wissenschaftlich begründete, aber wirkungsmäßig einschränkende Entwicklung für die weitere Anwendung: Rationale Phyto-Arzneimittel orientieren sich ausschließlich an einem Inhaltsstoff, einer Leitsubstanz, die gemäß einem Evidenz-basierten Studiendesign beurteilt werden. Die überlieferte Pflanzenheilkunde bewertet und verarbeitet Heilpflanzen unter gänzlich anderen Aspekten, die mangels entsprechender wissenschaftlicher Nachvollziehbarkeit meist keine gesetzliche Anerkennung finden.

Die wissenschaftliche Erforschung von Methoden und Mitteln, die dem Gesundwerden und Gesundbleiben dienen, führt im Idealfall zu deren Anerkennung. Wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise gelten als strenge Hüter des grundsätzlichen Zugangs zur Krankenbehandlung. Sie können im Falle einer Akzeptanz auch Hausmittel aufwerten und damit den Anwender/innen gesetzlich genehmigtes Arbeiten zum Wohle ihrer Klienten im Schutz der Wissenschaft ermöglichen. Denn was den Regeln der Evidence Based Medicine entspricht, wird gewissermaßen auch wahrer. Aber ist die Herstellung von Evidenzen nach ausschließlich naturwissenschaftlich-statistischen Regeln tatsächlich geeignet, die Wirkungen traditioneller Heilverfahren mit ihren individuellen Ansätzen nachvollziehbar zu machen?

Ein besonderer Höhepunkt neben der Veranstaltung war der Tag der offenen Tür bei den TEH-naturwerken! Dort werden mit lokalen Anbietern zusammen wertvolle Naturprodukte hergestellt und vermarktet. Damit wurde die Bedeutung eines lebendigen kulturellen Erbes sehr deutlich!

Mehr unter: TEH-naturwerke/TEH-akademie / Traditionelle Europäische Heilkunde https://www.teh.at/

Mehr unter: Fachverein für Traditionelle Europäische Medizin: https://www.tem-fachverein.com/

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